Poolfolie nach Maß: richtig ausmessen, Stärke und Biese wählen
Die Kurzantwort: Für eine Maßfolie brauchen Sie vier Maße – Länge, Breite (bzw. Durchmesser), Tiefe und die Form des Bodenanschlusses. Messen Sie erst, wenn die alte Folie entfernt ist, und immer am nackten Becken, nicht über der alten Folie. Standard ist 0,8 mm Stärke; die Biese richtet sich danach, wie Ihre bisherige Folie oben am Beckenrand befestigt war.
Direkt konfigurieren: Unser Folien-Konfigurator führt Sie Schritt für Schritt durch Form, Maße, Stärke und Biese – gefertigt wird anschließend in Österreich, exakt nach Ihren Angaben.
Warum sich eine neue Folie fast immer lohnt
Eine Poolfolie hält je nach Wasserpflege, Sonneneinstrahlung und Beanspruchung zehn bis fünfzehn Jahre. Wird sie spröde, bleicht sie aus oder verliert sie an Dichtigkeit, ist der Folientausch die mit Abstand günstigste Komplettsanierung: Das Becken bleibt, wie es ist – nur die Innenhülle ist neu, und der Pool wirkt danach wie frisch gebaut.
Schritt 1: Die Beckenform bestimmen
Wir fertigen Folien für Rund-, Oval-, Achtform- und Rechteckbecken. Entscheidend ist nicht nur der Grundriss, sondern auch der Übergang von der Wand zum Boden:
- Rechter Winkel: Wand und Boden treffen sich in einer scharfen Kante – typisch für Styropor- und Betonbecken.
- Mit Hohlkehle: Der Übergang ist abgerundet. Der Radius gehört mit angegeben, sonst spannt die Folie in der Ecke.
- Mit Römertreppe oder Sitzbank: Diese Elemente werden separat aufgemessen – dazu unten mehr.
Schritt 2: Richtig ausmessen
Der häufigste Fehler in der Praxis: Es wird über der alten Folie gemessen. Diese trägt auf, kann sich gedehnt haben und verfälscht das Ergebnis um mehrere Zentimeter. Messen Sie am leeren Becken ohne alte Folie – und wenn das nicht möglich ist, geben Sie das bei der Bestellung an.
| Beckenform | Benötigte Maße |
|---|---|
| Rundbecken | Innendurchmesser (an zwei Achsen messen!) und Beckentiefe |
| Ovalbecken | Länge, Breite und Tiefe |
| Achtformbecken | Gesamtlänge, größte Breite, Einschnürung und Tiefe |
| Rechteckbecken | Länge, Breite, Tiefe – bei Schrägboden beide Tiefen |
Praxistipps aus der Fertigung:
- Immer innen messen, nie über die Beckenmauer.
- Bei Rundbecken an zwei Achsen prüfen – gerade ältere Stahlwandbecken sind selten perfekt rund.
- Die Tiefe an mehreren Stellen messen: Viele Becken haben eine Neigung Richtung Ablauf.
- In Zentimetern angeben und nicht auf- oder abrunden.
- Bei Römertreppe: Anzahl der Stufen sowie Breite, Auftritt und Höhe je Stufe notieren.
Schritt 3: Die richtige Folienstärke
| Stärke | Wofür geeignet |
|---|---|
| 0,6 mm | Aufstellbecken und kleinere Rundpools, geringe Beanspruchung |
| 0,8 mm | Der Standard für eingebaute Becken – gutes Verhältnis aus Robustheit und Verarbeitbarkeit |
| 1,0 mm | Große Becken, starke Sonneneinstrahlung, hohe Frequenz, öffentlich genutzte Anlagen |
Dickere Folie ist widerstandsfähiger gegen mechanische Belastung und UV, lässt sich dafür etwas schwerer in enge Radien legen. Für den typischen österreichischen Gartenpool ist 0,8 mm die richtige Wahl.
Schritt 4: Welche Biese passt?
Die Biese ist der obere Abschluss, mit dem die Folie am Beckenrand hängt. Sie muss zu Ihrem Becken passen – schauen Sie sich dazu die alte Folie an:
- Einhängebiese (P1): Die Folie hängt in einer Profilschiene am oberen Beckenrand. Typisch für Stahlwand- und viele Fertigbecken.
- Keilbiese (P3): Ein Keilprofil wird in eine Nut in der Beckenwand gedrückt. Typisch für Styropor- und Betonbecken mit einbetonierter Schiene.
- Überlappend, ohne Biese: Die Folie wird über den Rand gelegt und geklemmt – vor allem bei einfachen Aufstellbecken.
Im Zweifel: Fotografieren Sie den oberen Beckenrand samt Profil, bevor Sie die alte Folie entfernen. Dieses eine Foto erspart erfahrungsgemäß die meisten Rückfragen.
Schritt 5: Farbe und Optik
Die Folienfarbe bestimmt, wie das Wasser wirkt: Blau ergibt das klassische, kräftige Poolblau. Hellblau oder Weiß lässt das Wasser türkis und karibisch erscheinen. Sand und Grau wirken natürlicher und modern – gerade bei Naturstein-Umrandungen sehr beliebt. Bedenken Sie: Dunklere Töne erwärmen das Wasser minimal stärker, zeigen aber auch Kalkränder deutlicher.
Häufige Fragen zur Maßfolie
Wie lange dauert die Anfertigung?
Maßfolien werden für jedes Becken einzeln zugeschnitten und verschweißt. Die aktuelle Fertigungszeit finden Sie beim jeweiligen Produkt – planen Sie den Tausch am besten außerhalb der Hochsaison.
Kann ich die Folie selbst einbauen?
Bei Rundbecken mit Einhängebiese ist der Selbsteinbau mit zwei Personen gut machbar. Bei Keilbiese, Römertreppe oder großen Rechteckbecken empfiehlt sich fachliche Unterstützung – die Folie muss faltenfrei und warm verlegt werden.
Was ist mit den Einbauteilen?
Skimmer, Einströmdüsen und Scheinwerfer werden nach dem Verlegen ausgeschnitten und mit Flanschen abgedichtet. Neue Dichtungen sollten Sie beim Folientausch gleich miterneuern – sie kosten wenig und sind die häufigste Undichtigkeitsquelle.
Brauche ich ein Vlies unter der Folie?
Auf rauem Beton oder altem Untergrund ja: Ein Schutzvlies verhindert, dass sich Unebenheiten durchdrücken, und verlängert die Lebensdauer der Folie spürbar.
Fazit
Vier Maße, die passende Stärke, die richtige Biese – mehr braucht es nicht für eine Folie, die exakt sitzt. Wer am leeren Becken misst und den oberen Rand vorher fotografiert, hat das Wesentliche erledigt. Den Rest übernimmt der Folien-Konfigurator; alle Standardgrößen finden Sie direkt in der Kategorie Poolfolie.
