Pool auf Salzwasser umrüsten: was Sie vorher wissen müssen
Die Kurzantwort: Für die Umrüstung brauchen Sie eine Elektrolyseanlage passend zu Ihrem Beckenvolumen, rund 3 bis 5 Gramm Salz pro Liter Wasser – und salzwasserbeständige Bauteile. Der häufigste und teuerste Fehler: Pumpe, Wärmetauscher oder Einbauteile sind nicht dafür freigegeben und korrodieren innerhalb weniger Saisonen.
Wichtig vorweg: Ein Salzwasserpool ist nicht chlorfrei. Die Anlage erzeugt aus dem Salz laufend aktives Chlor – nur eben selbst, statt aus dem Kanister. Das Badegefühl ist trotzdem spürbar anders: weiches Wasser, kaum Geruch, keine roten Augen.
Wie viel Salz kommt ins Becken?
Je nach Gerät liegt der Zielwert bei 3 bis 5 g/l – etwa ein Zehntel des Salzgehalts von Meerwasser. Konkret heißt das:
| Beckenvolumen | Salzmenge (bei 4 g/l) | 25-kg-Säcke |
|---|---|---|
| 20 m³ | 80 kg | rund 3 |
| 30 m³ | 120 kg | rund 5 |
| 40 m³ | 160 kg | rund 6–7 |
| 60 m³ | 240 kg | rund 10 |
Nachdosiert wird nur, was durch Rückspülen, Verdunstung des Spritzwassers und Frischwasserzugabe verloren geht – Salz selbst verbraucht sich nicht. Verwenden Sie hochreines Poolsalz ohne Rieselhilfen oder Jod; Speisesalz hat in der Elektrolysezelle nichts verloren.
Was muss salzwasserbeständig sein?
Das ist der Punkt, an dem Umrüstungen scheitern. Prüfen Sie vor dem Kauf:
- Filterpumpe: muss vom Hersteller für Salzwasser freigegeben sein.
- Wärmetauscher: Bei beheizten Becken ist eine Titan-Ausführung Pflicht – Edelstahl hält dem Chlorid nicht dauerhaft stand.
- Elektroheizer: nur mit Titan-Heizstab, nicht mit Incoloy.
- Leiter und Einbauteile: V4A-Edelstahl statt V2A. Auch dann kann bei dauerhaftem Kontakt Flugrost auftreten – wer ganz sicher gehen will, wählt Kunststoffausführungen.
- Beckenumrandung: Naturstein und unversiegelter Beton reagieren empfindlich auf Salzspritzer.
Die Umstellung Schritt für Schritt
- Wasserwerte einstellen: pH auf 7,0–7,4 bringen, Alkalinität prüfen. Eine Elektrolyseanlage hebt den pH-Wert im Betrieb tendenziell an – planen Sie eine pH-Regelung gleich mit ein.
- Anlage montieren: Die Zelle kommt als letztes Bauteil in den Rücklauf, nach Filter und Heizung. Das Steuergerät wird trocken und geschützt montiert.
- Salz einbringen: Bei laufender Umwälzpumpe langsam ins Becken geben – am besten verteilt, nicht in den Skimmer. Nicht über den Filter dosieren.
- Auflösen abwarten: Mehrere Stunden zirkulieren lassen, bis sich das Salz vollständig gelöst hat. Erst dann die Elektrolyse einschalten – sonst läuft die Zelle trocken kalibriert.
- Salzgehalt messen und einregeln: Mit einem Salztester prüfen und die Produktionsleistung am Gerät einstellen.
Was kostet die Umrüstung?
Die Anlage selbst richtet sich nach dem Beckenvolumen – unsere Salzelektrolyse-Geräte von OKU, Innowater und Mr. Pure decken den privaten Bereich vollständig ab, wahlweise mit integrierter pH-Regelung. Dazu kommt die Erstbefüllung mit Salz (siehe Tabelle oben) und gegebenenfalls der Tausch nicht salzfester Bauteile. Im laufenden Betrieb sparen Sie die Chlorlieferungen – die Anlage rechnet sich über die Jahre.
Häufige Fragen
Schmeckt oder brennt das Wasser salzig?
Nein. Bei 3–5 g/l liegt der Salzgehalt weit unter der Geschmacksschwelle der meisten Menschen und weit unter Meerwasser (rund 35 g/l). Spürbar ist vor allem, dass sich das Wasser weicher anfühlt.
Wie lange hält eine Elektrolysezelle?
Je nach Nutzung und Wasserhärte typischerweise mehrere Saisonen. Kalkablagerungen auf den Platten sind der häufigste Grund für nachlassende Leistung – viele Geräte haben deshalb eine automatische Umpolung zur Selbstreinigung.
Funktioniert die Anlage auch im Winter?
Bei Wassertemperaturen unter etwa 15 °C sinkt die Chlorproduktion deutlich. Zum Einwintern wird die Anlage abgeschaltet und die Zelle frostsicher ausgebaut – das Salz bleibt im Wasser.
Kann ich einfach wieder zurück auf Chlor?
Ja. Sie schalten die Anlage ab und dosieren wieder klassisch. Das Salz bleibt im Wasser und stört nicht – es verdünnt sich über Frischwasser mit der Zeit von selbst.
Fazit
Die Umrüstung auf Salzwasser ist technisch unkompliziert – vorausgesetzt, die vorhandene Technik spielt mit. Prüfen Sie zuerst Pumpe, Heizung und Einbauteile auf Salzwassereignung, wählen Sie die Anlage nach Beckenvolumen und rechnen Sie mit rund 4 Gramm Salz je Liter. Danach läuft die Wasserpflege weitgehend von selbst.
